Freitag, 6. August 2010

Fahrt nach Melchtal-ich danke dem Herrn

Meine Nacht war sehr kurz. Ich musste noch so viel Wäsche waschen, da ich den Tag über nicht dazu gekommen bin und heute verreise. Am Abend als ich endlich ins Bett gehen wollte, schrieb mich noch eine Freundin an. Und es war für mich trotz meiner Müdigkeit eine Freude. Denn sie brauchte Hilfe, oder zumindest jemand der ihr zuhörte. Ich merke so stark, dass wenn ich mich um andere kümmere, ich meine eigenen Sorgen vergesse und mich so viel besser fühle, weil ich gutes tun kann. Um ehrlich zu sein, dieses Gefühl hatte ich sehr lange nicht.
Damit ich nicht alleine schlafen musste, hat mein Burder Jan sich extra eine Matratze in sein Zimmer getragen auf der er lag und ich konnte in seinem Bett liegen. Ich betete für die Nacht küsste Max Bild und sagte ihm dass ich ihn liebe, im Zimmer lief Kirchenmusik, die immer eine Wohlfühlatmosphäre verschaffte und ich versuchte einzuschlafen. Ich weiß nicht wie lange ich mir vorstellte, dass gerade der Tag wäre an dem Max zurück kommt. Ich hatte so ein Glücksgefühl in mir. Das tat so gut. Dann stellte ich mir vor wie es sein muss, wenn ich nur noch drei Monate zu warten habe und selbst, dass gab mich ein tolles hoffnungsvolles Gefühl. Irgendwann bin ich dann also halbwegs glücklich eingeschlafen.
Die Nacht war kurz und der Morgen danach leider ziehmlich hart. Ich stehe mit möglichst positiven Gefühlen auf, doch dann überwiegt irgendwann die Trauer. - Ich bin alleine, der Max kommt nicht die Treppe runter, auf dem Sofa habe ich immer mit ihm gekuschelt... Und irgendwann denke ich an gar nichts mehr und ich sage Pausenlos in meinem Kopf seinen Namen, immer wieder, immer wieder -Max, Max Max.... Ich habe keine Lust mich schön zu machen-für wen denn?
Meine Sachen packte ich also um halb fünf Uhr morgens und dann ging es los. Ich wollte nun wirklich gar nicht auf die Tagung, obwohl ich wusste wie gut mir das tun wird. Ich hatte durch meine Trauer und meine Zweifel so schlechte Gefühle! Ohne Jan wäre ich wohl nie in das Auto eingestiegen, dass uns jetzt zum Bus fuhr. Auf der Fahrt, erzählte Jan mir eine Geschichte, die so rührend war und mir so gut getan hat.
Ich erzähle sie kurz in doppelter Kurzfassung:
Ein Mädchen sieht im Schaufenster eine Perlenkette und wünscht sie sich von ihren Eltern. Sie kaufen sie der Tocher, verlangen aber dass sie sie abarbeitet. Also bekommt das Mädchen einige Hausarbeiten zu tun. Als sie nun endlich die Kette abgearbeitet hat, kommt ihr Vater ins Zimmer und fragt seine Tochter: „Liebst du mich?“ sie antwortet „Ja, natürlich liebe ich dich!“ Vater: „Schenkst du mir dann deine Perlenkette?“ das Mädchen antwortet: „Vater, du kannst alles von mir haben, alle meine Spielsachen und alle Puppen, aber nicht meine liebe Perlenkette!“ Am nächsten Tag kommt ihr Vater wieder auf ihr Zimmer und fragt seine Tochter: „Liebst du mich?“ sie antwortet wieder„Ja, natürlich liebe ich dich!“ Vater: „Schenkst du mir dann deine Perlenkette?“ das Mädchen antwortet: „Vater, du kannst alles von mir haben, alle meine Kleider und alle schönen Spangen, aber nicht meine liebe Perlenkette!“ Ihr Vater kommt noch einmal zu ihr und fragt sie: „Liebst du mich?“ sie antwortet wieder„Ja, natürlich liebe ich dich mehr als alles andere!“ Vater: „Schenkst du mir dann deine Perlenkette?“ Und die Tochter gab dem Vater mit Tränen in den Augen ihre Kette. Daraufhin holte ihr Vater eine andere Kette hervor und schenkte sie seiner Tochter. Doch diese war viel schöner kostbarer und aus echten Perlen!!!
Die Geschichte hat mir so klar gemacht, dass wir so sehr geliebt werden, dass man uns das Liebste nimmt um uns etwas noch viel viel viel viel besseres zu geben! Und ich werde in zwei Jahren auch nicht nur eine Perlenkette zurückbekommen, sondern eine aus echten viel kostbareren, schöneren und glänzendern Perlen, die die erste um Welten übersteigt. Und ich hoffe für Max wird es auf mich bezogen genauso sein. Ich gebe mir Mühe!!! Danke für diese Geschichte Jan- sie hat mir so gut getan!!! Ich werde sie nie vergessen!
Wir kamen in Frankfurt an. Von dort fuhr unser Bus in die Schweiz wo die Kirchentagung stattfinden sollte. So eine Tagung ist dafür da um Freunde wieder zu treffen, neue Freunde kennen zu lernen, Spaß zu haben, sich auszutauschen, seinen Glauben und das Zeugnis daran zu stärken, neue Talente zu entdecken.... Und auf das meiste davon hatte ich nicht wirklich Lust! Begrüßt wurden wir alle mit offenen Armen und meine Freundin Maja hatte ein Strahlen in ihrem Gesicht dass man ich sage mal fast erwiedern musste. -> was meine Lage betrifft.
Alle waren im Bus, es ging los. Die ersten zwei Stunden -denke ich- verbrachte ich damit allen die es hören wollten oder auch nicht von Max zu erzählen, wie schlimmes ist, dass er nicht da sei, wie das letztes Jahr gewesen ist usw. Und es tat sooooooooooooooooooooooooo gut!!! Ein so großes Danke an alle die mir zu gehört haben!
David ein Freund der gerade von Mission wiedergekommen ist, hat mir auch so geholfen. Vor allem weil der dass, was ich von Max und mir erzählt habe so bewundert hat. Das tat einfach gut! Und auch wenn ich nicht alle Namen nenne die mir Mut zugesprochen haben, ich werde das nie vergessen, keinen einzelnen. An einer Raststätte hatten wir eine Stunde Aufenthalt. Jan kaufte mir Postkarten für Max. Mir ging es von Zeit zu Zeit, je näher wir dem Ziel kamen, besser. Ich hab sogar Gummibärchen gegessen. 
Langsam konnte ich wieder lustig sein- fühlte mich von dem tiefen Schmerz der in mir war zwar nicht befreit, aber es war um einiges besser.
Jan und ich machten dann ein kleines Schriftenstudium. Es ist zwar echt peinlich das jetzt in meiner Lage zu sagen, aber ich habe so lange nicht mehr einen so starken Drang in mir gehabt, was mich dazu bewegte ernsthaft in den Schriften zu lesen. Jetzt musste ich es machen, damit es mir besser geht. Ich fühle auf einmal so viel mehr den Geist. Ich fühle dass er ständig anwesend ist. Es ist toll!!!
Wir kamen an und ich kann auch jetzt nicht sagen, dass ich einsam war. So viele schlechte Gefühle hatte ich gehabt. Es war nicht leicht in die Halle zu gehen sich anzumelden und sich wohl zu fühlen, weil einfach was fehlte, aber ich kann es nur immer und immer wieder sagen, dass sich hier jeder um mich kümmert!!!
Jenny, eine Freundin aus meiner Gemeinde hat mir soooooo coole Tips gegeben und auch wenn der Eintrag heute sehr lang wird, für die die warten oder mal warten werden sind sie soooo hilfreich. -auf die Verpackung achten damit alles ankommt- den Mitarbeiter nicht vergessen und auch ihm etwas mitschicken-> eine gute Beziehung zu ihm kann oftmals sehr behilflich sein ;)- sich mit der Mitgliederfamilie E-mails schreiben bei der dein Elder gerade ist...
Und wer hätte das gedacht, ich habe sogar die Möglichkeit gehabt Max noch eine E-mail zu schreiben! Ich fühlte mich sehr gesegnet!! Je besser ich mich fühlte, umso bessere Wünsche verspürte ich in mir! Es waren zwar nur wirklich Kleinigkeiten die ich für andere tun konnte, aber es war ein schönes Gefühl. Und ich merke immer mehr, je mehr ich gebe umso besser geht es mir, umso mehr werde ich gesegnet, umso mehr will ich Gott nahe sein. Und glaubt mir... das fühlt sich trauriger weise fast wie Neuland für mich an.
Später am Abend bekam ich so einen Wunsch danach nochmal etwas zu studieren. Ich betete und fühlte mich wohl. Nach dem ich etwas im Buch Mormon gelesen hatte, las ich Max patriarchalischen Segen. Während ich las, ging dieses schwere Gefühl, das ständig in meiner Burst sitzt immer mehr weg. Es war als würde jemand mein Herz streicheln. Außerdem bekam ich von Gott eine Antwort auf mein Gebt und das war ebenfalls ein so ein riesiger Trost. Oft habe ich Angst Gott etwas zu fragen, weil ich denke dass ich etwas nicht beantwortet bekomme, aber diesmal war das Gefühl ein anderes!
Ich schrieb Max noch einen Brief zu ende und wurde sehr geplagt von einem Problem, das jetzt noch bestand. Ich habe es noch nicht erwähnt, aber es quälte mich den ganzen Tag. Ich hatte keine Luftpostaufkleber um einen Brief auch verschicken zu können!! :(
Mit einem viel besseren Gefühl im Herzen, den Geist bei mir und getröstet, wollte ich Zähne putzen gehen. Ich ging durch den Flur und sah eine Freundin. Irgendwie bekam ich das Gefühl zu ihr zu gehen, weil sie mir alleine vorkam. Und der Rest der folgt ist einfach nur eine einzige Segnung. Es setzten sich zwei weitere Mädchen zu uns und dadurch, dass die eine Max kannte, kam ich dazu zu erzählen dass ich keine Luftpostaufkleber hatte. Das unglaubliche jetzt. Das andere Mädchen hieß Rebecka, kramte in ihrer Tasche und zog tatsächlich Luftpostaufkleber aus ihrem Geldbeutel! Genau in der Anzahl die ich brauchte- fünf Stück!
Ich hätte weinen können vor Freude. Das war meine Rettung. Und vor allem durfte ich schon wieder erleben wie Gott mit uns arbeitet, wenn wir es zulassen. Denn sie sagte später zu mir, dass sie irgendwie wie inspiriert war diese Aufkleber mitzunehmen.
Als ob das noch nicht genug gewesen wäre-> mir sagten an diesem Abend noch zwei so süße Mädchen, dass sie meinen Blog mit rührenden Tränen gelesen hätten und auch das war eine Bestätigung für mich, dass es einfach das richtige ist. Am Sonntag kamen mir nämlich leichte Zweifel, da jemand etwas dagegen sagte. Ich habe also wieder eine Antwort von Gott bekommen und fühle mich so gesegnet, so viel zu bekommen, in so kurzer Zeit.
Von Trauergefühlen konnte ich in dieser Nacht nicht mehr sprechen. Ich war einzig und alleine froh, dass Max auf Mission war, dass er das richtige tat, und dass er nur MICH wollte!!!
Besser hätte ich mich nie fühlen können.
Das soll sich nicht prahlerisch anhören, ich bin nur so überglücklich darüber und möchte das mit der ganzen Welt teilen!!!!
Der Herr lebt und ich bin dankbar dass ich in dieser zwar auch schweren Zeit ein so starkes Zeugnis bekommen darf!
Max ich liebe dich! Und ich freue mich so auf den Tag an dem du wieder da bist! Mich in die Arme schließt und alles so wundervoll und vertraut ist wie zuvor!!! Und das schreibe ich in Freude und nicht in Trauer!
ICH LIEBE DICH! Du bist es! Ich will dich heiraten!
Nur die Deine- Felicitas

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